Award für herausragende Praxis-Projekte in der Pflegeausbildung

Award für herausragende Praxis-Projekte in der Pflegeausbildung © FHV/Rhomberg Matthias

Das Marienhospital Stuttgart durfte sich über den Hauptpreis freuen. Jeweils Sonderpreise erhielten das LKH Rankweil (Station N7) und das LKH Feldkirch (interdisziplinäre Notfallambulanz). Die KoPAL-Konferenz hat sich als wichtiges Event in Vorarlberg für alle in den Gesundheitseinrichtungen tätigen Praxisanleiter*innen etabliert. In ihrer Tätigkeit begleiten sie Auszubildende in ihren Praxisphasen in Einrichtungen des Gesundheitswesens. 

Sieger Marienhospital Stuttgart

Der diesjährige erste Platz geht an das Projekt „Flexibler Ausbildungsbereich“ (FAB) des Marienhospitals, das die Jury rundum überzeugt hat. Es setzt an einer der sensibelsten Schnittstellen an: dem Übergang der Ausbildungszeit in den Berufsstart. Besonders beeindruckend ist die fundierte Evidenzbasis, gestützt auf Konzepte wie Ausbildungsstationen und Clinical Educational Units. Indem die Auszubildenden unter Anleitung eigenverantwortlich einen ganzen Bereich übernehmen, trainieren sie Priorisierung, interdisziplinäre Kommunikation, Dokumentation, Pflegeplanung und echte Verantwortungsübernahme. Die Evaluation mit 21 Auszubildenden in sieben FAB-Wochen auf vier Stationen belegt den Erfolg des Modells. Eine starke zentrale Praxisanleitung, ausreichende Ressourcen und organisatorische Flexibilität vorausgesetzt, ist das Konzept gut auf andere Einrichtungen übertragbar. Damit ist es ein gereiftes Good-Practice-Projekt, das pädagogische Fundierung und Organisationsentwicklung vorbildlich verbindet. 

SPOT THE RISK - Simulationstraining zur Stärkung von Risikowahrnehmung und klinischem Denken in der Pflege

Sarah Fisar und Laura Pfefferkorn haben mit ihrem Projekt „Spot the Risk“ ein innovatives und praxisnahes Lernkonzept entwickelt. Aufbauend auf der Methode des „Room of Horrors“ werden Auszubildende dazu angeregt, potenzielle Risiken gezielt wahrzunehmen, Situationen aufmerksam zu beobachten und klinische Zusammenhänge zu reflektieren. Dadurch stärkt das Projekt nicht nur das klinische Denken und die professionelle Handlungskompetenz, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Patient*innensicherheit und zu einer konstruktiven Lern- und Fehlerkultur. Besonders hervorzuheben sind die nachvollziehbare Darstellung, die fundierte Einbindung von Evidenz sowie die zentrale Rolle der Praxisanleitenden in der Begleitung und Reflexion der Lernerfahrungen. „Spot the Risk“ ist ein überzeugendes und übertragbares Konzept mit großem Potenzial zur weiteren Etablierung in der praktischen Ausbildung. 

Sonderpreis für LKH Feldkirch

Die Notaufnahme stellt als hochkomplexer Funktionsbereich mit unvorhersehbaren Handlungsabläufen eine besondere pädagogische Herausforderung in der Pflegeausbildung dar. Deswegen haben sich die Stationsleitung der interdisziplinären Notaufnahme am Landeskrankenhaus Feldkirch Matthias Hellmair und sein Team mit der Implementierung eines strukturieren und sensiblen Onboarding-Konzepts auseinandergesetzt, das gezielt auf die Reduktion und Prävention von Praxisängsten bei Auszubildenden ausgerichtet ist. Hierfür wurde eine attraktive Online Plattform entwickelt, die sehr gut durchdacht ist. Durch das aktive Anschreiben ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Auszubildenden gewährleistet, relevante Informationen stehen zur Verfügung oder auch Dienstplanwünsche können deponiert werden. Diese Aspekte haben einen hohen Stellenwert für ein erfolgreiches Recruiting. Auch die enge Begleitung der Auszubildenden durch die Mentorinnen und Mentoren tragen dazu bei, ein gutes Ankommen zu ermöglichen und Ängste abzubauen. Hervorheben ist, dass die Evaluierung und kontinuierliche Qualitätssicherung fixer Bestandteil sind, um ggf. Anpassungen auf der Struktur- und Prozessebene einzuleiten. Aus diesen Gründen hat sich die Jury entschieden den 2. Sonderpreis des Good Practice PAL Awards bei der KoPAL`26 an Matthias Hellmair und sein Team zu verleihen.