Die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen mit hoher Pflegeintensität steigt in den Pflegeheimen. Heute sind die Bewohnerinnen und Bewohner meist multimorbide, schwerstkranke und sterbende Menschen, die viel mehr Pflegezeit und Fachwissen benötigen als in früheren Zeiten.

 

Oft kann sich der schwerkranke Mensch nicht mehr adäquat und deutlich in Entscheidungssituationen oder zu verschiedenen Handlungsalternativen äußern. Hier erweisen sich eine ausreichende Qualifikation und die kontinuierliche Weiterqualifizierung der Mitarbeitenden sowie eine bestmögliche und kontinuierliche ärztliche Betreuung vor Ort als sehr wesentlich.

 

Die bereits 2005 in Deutschland publizierte SÄVIP Studie (Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen) weist darauf hin, dass zwar die allgemeinärztliche Versorgung mit guter Frequenz erfolgt, die fachärztliche Versorgung aber noch erhebliche Lücken aufweist. Auch wenn diese Studie mit 782 Heimen in Deutschland durchgeführt wurde, so kann davon ausgegangen werden, dass sich die Situation in den Vorarlberger Pflegeheimen sehr ähnlich darstellt.

 

Am 15. April 2009 wurde im Vorarlberger Landtag einstimmig beschlossen, dass dezentrale Unterstützungsstrukturen weiterentwickelt und umgesetzt werden, die sowohl für den ambulanten wie auch für den stationären Bereich Verantwortung tragen.

 

Infolgedessen wurde die connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Gerontopsychiatrie“ (Untergruppe des Vorarlberger Psychiatriebeirates) seitens des Landes beauftragt, Maßnahmen zur (Weiter-)Entwicklung von dezentralen Unterstützungsstrukturen zur Weiterentwicklung der gerontopsychiatrischen Versorgung im ambulanten und im stationären Bereich zu erarbeiten.

 

Am 26. Juni 2009 trafen sich im Rahmen eines Projektgruppentreffens Expertinnen und Experten zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Ausgehend von Erfahrungsberichten wurden eine Bestandsaufnahme erarbeitet und Handlungsfelder definiert. Aufbauend auf diesen Ergebnissen erarbeitete eine Arbeitsgruppe einen Maßnahmenkatalog. Ein Zwischenbericht wurde im März 2010 erstellt.

 

Bei der Präsentation dieses Zwischenberichtes an die Regierungsmitglieder am 17. März 2010 wurde von diesen der Auftrag erteilt, aus den zehn angeführten Maßnahmen prioritär die ambulante gerontopsychiatrische Pflege und die gerontopsychiatrischen Konsiliar- und Liaisondienste in Pflegeheimen weiter zu präzisieren und Umsetzungsvorschläge zu entwickeln.

 

Die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst im Pflegeheim“ fand im Februar 2012 im Landhaus statt. Später wurde der Titel des Projekts in „Weiterentwicklung der gerontopsychiatrischen Kompetenz in den Vorarlberger Pflegeheimen“ umbenannt, da die fachpflegerische Expertise neben den fachärztlichen Leistungen einen wesentlichen Bereich darstellt.

Dieses Projekt wird im Auftrag des Vorarlberger Sozialfonds unter der Projektleitung der connexia - Gesellschaft für Gesundheit und Pflege gem. GmbH, Andrea Plut-Sauer, DGKPin, Leitung | Stationäre Betreuung und Pflege in Kooperation mit der pro mente Vorarlberg GmbH und der aks gesundheit GmbH gemeinsam mit den mittlerweile insgesamt 33 beteiligten Pflegeheimen (von 51/Stand 12.08.2018) durchgeführt.


Wirkungsziel

Die fachgerechte Versorgung von gerontopsychiatrisch Erkrankten und meist hochbetagten Bewohnerinnen und Bewohnern ist gewährleistet und die Fachkompetenz der Pflegenden ist gestiegen.

 

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